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Türkische Grammatik
Für Anfänger und Fortgeschrittene
Margarete I. Ersen-Rasch
Max Hueber, 2001
312 Seiten, broschiert
ISBN 978-3190051854
Auch wenn diese Grammatik laut Vorwort Vollständigkeit nicht anstrebt, bleibt auf ihren 300 Seiten kaum eine Frage unbeantwortet. Sogar Modalpartikel und Interjektionen wurden aufgenommen. Es handelt sich um ein sehr umfassendes und dennoch übersichtliches Buch. Man kann es Kapitel für Kapitel lesen oder dank seines ausführlichen Glossars als Nachschlagewerk benutzen. Besonders hilfreich ist, dass man hier die zahlreichen türkischen Suffixe findet.
Auch wenn die Grammatik für jeden Lerner geeignet ist, werden doch Anfänger mit Kenntnissen etwa ab Niveau A2 sowie Fortgeschrittene am meisten profitieren können. Seriöse Anfängerlehrwerke enthalten zwar Basisgrammatiken, aber sobald man darüber hinaus ist, tauchen Fragen auf.
Was an diesem Buch besticht, ist, dass es der Autorin gelingt, einerseits allgemein verständlich zu schreiben, andererseits einem wissenschaftlichen Anspruch gerecht zu werden. Aber auch die große Detailgenauigkeit ist auffallend. Bei einer Neuauflage des Werkes sollte am besten zu der in der Turkologie üblichen Methode übergegangen werden, die Vokale der zwei- oder vierförmigen Suffixe durch Großschreibung zu kennzeichnen.
Die Methode Ersen-Raschs, grammatikalische Formen nicht einfach anhand von Beispielen zu erläutern, sondern verschiedene Sätze einander gegenüberzustellen, um so Unterschiede und Varianten zu verdeutlichen, ist sehr erhellend und schult die Aufmerksamkeit der Lernenden. Diese Beispiele werden ausführlich diskutiert, so dass dem Leser klar vor Augen geführt wird, worauf es im Einzelnen ankommt. Wo immer möglich führt die Autorin Beispielsätze aus türkischen Originaltexten zur Erläuterung an. Dadurch bleibt der Leser von allzu vielen konstruierten Sätzen verschont und erhält einen Einblick in den tatsächlichen Sprachgebrauch.
Das Verb mit seinen Formen einschließlich Verbalnomina und Verbaladverbien nimmt mehr als die Hälfte des Buches ein. Das ist auch sinnvoll, denn die Satzbildung mit Hilfe von Partizipien und Adverbien ist auch für fortgeschrittene Lerner vielleicht das verwirrendste Charakteristikum der türkischen Sprache.
Am Ende des Buches sind anschließend an die Erläuterung der Wortbildung im Türkischen Listen der Suffixe beigegeben. Hier ist jedes Suffix ausführlich erklärt, so dass man bei Zweifelsfällen nachsehen kann, worum es sich handelt. Hieran schließen zwei Seiten an, auf denen die Methode der Suffix- und Satzgliedbestimmung kurz gezeigt wird. Dieses Verfahren erleichtert sehr das Verständnis der oft langen türkischen Sätze. Daher würde man sich im Falle einer Neuauflage wünschen, dieses Kapitel etwas ausführlicher dargestellt zu finden.
Der Anhang schließlich enthält Konjugationstabellen und Literaturhinweise.
von Eva Lacour




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Da aber Ketten und hölzerne und eiserne Fußfesseln nicht genügend vorhanden waren, wurde beratschlagt, ob man sie unter ein Gelübde stellen sollte; sie hätten diejenigen, die sie gefangen hatten, vielleicht im Schlafe erwürgt. Deshalb erdachten sie eine neue Art, die Vitalienbrüder zu verwahren: Sie nahmen Tonnen, von denen sie viele geladen hatten, schlugen einen Boden heraus und in den anderen Boden ein so großes Loch, dass der Boden den Hals eines Mannes umschloss, und steckten einen nach dem anderen von den Vitalienbrüdern in die Tonnen, sodass der Kopf aus der Tonne herausguckte und schlugen die Tonne wieder zu. Sie stapelten die Vitalienbrüder auf einen Haufen, wie man Tonnen zu stapeln pflegt, und fuhren sie also nach Stralsund. Die Vitalienbrüder blieben auch in den Tonnen so lange, bis man sie mit Wagen an die Stätte fuhr, wo man ihnen die Köpfe abschlagen würde. (S. 153)
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